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Aufgeschnappt auf dem Schadenforum Potsdam: Take it as a warning

Aufgeschnappt auf dem Schadenforum Potsdam:
Take it as a warning

Eines gleich vorweg: In der sprichwörtlichen Pfanne des wortgewaltigen bayerischen Geschäftsführers des BVdP Robert Paintinger wollen wir einmal nicht landen. „Die Guten“, sagt er, „sollen zusammen den Markt erobern“. Dies verbindet er mit einem klaren Bekenntnis zur Schadensteuerung und einer Absage an weitere Senkungen der Stundenverrechnungssätze. Der Fokus zum Nutzen aller Beteiligten solle künftig in der Kundennähe und effizienten Prozessen in der Abwicklung liegen.

MTP und HEPP auf Schadenforum: Viele Betriebsinhaber der Handwerksinitiative durften wir auf dem Schadenforum persönlich kennenlernen und auch zahlreiche Kontakte knüpfen zu interessanten Betrieben und Partnern. Auf dem Bild (v.l.n.r.) Dennis Danisch, L. Stefan Höslinger, Stephanie Hoppe und Peter Vogel.

Gestützt wird diese Ausrichtung durch die Argumentation Thorsten Fiedlers (Eurogarant Service AG), dessen Botschaft bereits im Titel seines Vortrages „Schadenmanagement im Rampenlicht, Preisdumping im Zwielicht, Werkstatt im Dunkeln“ pointierte. Während die Werkstatt der zentrale Leistungsträger des Systems Schadensteuerung ist, fehlten ihr aufgrund der Konditionen zunehmend die Mittel für Investitionen. Da lohnt sich der Blick über die Grenzen. In den Niederlanden ergreifen die K&L-Gruppen noch zu gezielten Gegenmaßnahmen im Bereich ihrer eigenen Effizienz, um dem Einbruch der Renditen zu begegnen. In England wurden bereits zahlreiche Betriebe aufgegeben, wenn der Unternehmer die Altersgrenze erreicht hatte, weil das Geschäft zu den vorgegebenen Konditionen nicht mehr rentabel zu betreiben war.

Neben dem Konditionen-Gefüge der Versicherungen und Schadensteuerer stellt sich den K&L-Betrieben immer auch die Frage, was die anderen Player im Markt positionieren. Zur Meldung über das ADAC-Werkstattnetz gab es nach aller vorherigen Erregung stark relativierende Neuigkeiten, wonach allein vier Testwerkstätten Standards entwickeln, um die Autohaus-Tests zu optimieren. Unterdessen feilen die Automobilhersteller Mercedes und Opel an ihren Unfallreparaturaktivitäten mit dem Fokus einer engeren Kundenbindung. Hierbei stehen die Strukturen und Abwicklungsprozesse im Vordergrund. Markenungebundene K&L-Betriebe spielen dabei (nur) stellenweise eine Rolle. In puncto Qualität sandte Peter Börner von ZKF und Eurogarant eine deutliche Botschaft aus. Beide Institutionen haben die Kriterien nochmals überarbeitet, wobei bereits in der Vergangenheit zahlreiche Gerichtsurteile die Gleichwertigkeit der Reparatur bestätigt hätten und die K&L-Betriebe auch in direkten Vergleichen, bspw. des Leistungsspektrums, den Herstellerwerkstätten mehr als standhalten können.

Dass am Geschäft mit Unfallschäden viele mitverdienen wollen, hat auch Rüdiger Burg (DEVK) in seinem Vortrag zur Ethik im Versicherungsgeschäft akzentuiert. Unter anderem der Druck auf die Prämien bewirke zudem ein Nachlassen der Servicequalität. Um dem entgegenzuwirken, geht seine Gesellschaft nun einen eigenen Weg in Richtung Kundenorientierung. Im eingangs genannten Sinne kann auch das ein „guter“ Ansatz sein, wenn er zur Entspannung bei den Konditionen beiträgt.