Nur 23% der Unfallreparaturbetriebe verdienen mit ihrer handwerklichen Arbeit Geld!

Dieses Fazit konnte nach Auswertung der Umfrage zu den von !HEPP entwickelten Unternehmenskennzahlen „Arbeits-Leistungs-Effizienz“ (ALE) und „Betriebs-Leistungs-Effizienz“ (BLE) gezogen werden. Ein erstaunliches und vor allem hinsichtlich der Entwicklungen in der Branche nicht unkritisches Ergebnis.

Ende letzten Jahres hat die !HEPP Unternehmensimpulse GmbH die zwei neuen (Werkstatt-)Kennzahlen Arbeits-Leistungs-Effizienz und Betriebs-Leistungs-Effizienz entwickelt. Hintergrund der neuen Kennzahlen ist, dass immer mehr Arbeit (und Aufwand) eines Unfallreparaturbetriebes im administrativen Bereich – sprich im Büro – stattfindet. Kennzahlen wie Produktivität und Effizienz beschäftigen sich dahingegen nur mit der Arbeit (und dem Aufwand) in der Werkstatt.
Produktivität und Effizienz werden für Sie wie für uns zwar weiterhin wichtige Kontrollinstrumente bleiben. !HEPP möchte seinen Kunden mit den neuen Kennzahlen die Möglichkeit bieten, den Gesamtbetrieb zu bewerten.
Anfang Februar hat !HEPP hierzu eine Umfrage unter Unfallreparaturbetrieben  in ganz Deutschland gestartet. Die Betriebe wurden gebeten, einige betriebliche Kontrollzahlen zur Auswertung der ALE und BLE zur Verfügung zu stellen. 26 Betriebe haben sich an der Umfrage beteiligt.

Doch was ist an den Kennzahlen so aufschlussreich?
Betriebe, die eine BLE unter 100% haben (Betriebskostensatz gleich oder größer Stundenverrechnungssatz), verdienen über die verkauften Stunden gar kein Geld. Gewinne werden hier lediglich durch Margen für Lack und Ersatzteile erzielt. Erstaunlicherweise haben in unserer Umfrage lediglich sechs von 26 befragten Betrieben eine BLE über 100%. Das bedeutet, dass 20 von 26 Betrieben – mitunter Betriebe mit guten Renditen – mit ihrer handwerklichen Leistung allein keine Gewinne erwirtschaften. Bei einem Wegfall der Margen bleiben also auch die Renditen aus.
Ein Blickwinkel, den Unternehmen auf langfristige Sicht nicht außer Acht lassen sollten.


Insgesamt sind bei der Betrachtung der Betriebs-Leistungs-Effizienz der befragten Betriebe innerhalb von Deutschland regionale Schwerpunkte zu finden. Das Spitzenfeld ist tendenziell auf der Süd-Ost-Achse Deutschlands zu finden, die unterdurchschnittlichen Betriebe eher im Hamburger Raum und im Rhein-Main-Neckar-Gebiet. Das Klassische Mittelfeld findet man hingegen in Nord-West-Deutschland. Im Osten lässt sich kein Schwerpunkt setzen. Hier findet man entweder sehr gute oder sehr schlechte Betriebe.

Ebenfalls interessant der einseitige Zusammenhang zwischen der Betriebs-Leistungs-Effizienz und der Arbeits-Leistungs-Effizienz. Betriebe mit einer überdurchschnittlichen BLE (> 91%) haben auch immer eine überdurchschnittliche ALE.
Andersherum lässt sich diese Schlussfolgerung nicht zwingend treffen. Bei Betrieben, deren ALE überdurchschnittlich ist, die BLE aber unterdurchschnittlich, kann dieser Umstand entweder mit unterdurchschnittlich niedrigen Arbeitskosten oder sehr hohen sonstigen betrieblichen Kostenpositionen erklärt werden.
Letztere sind bei einer Optimierung der BLE zu überdenken und eventuelle Schritte zur Verbesserung einzuleiten. Bei einer Optimierung der Arbeits-Leistungs-Effizienz denken wir über Arbeitskosten, verkaufte Stunden oder Stundenverrechnungssätze nach, was unmittelbar natürlich auch einen positiven Einfluss auf die BLE hat. Grundsätzlich müssen Verbesserungsansätze aber immer individuell auf den Betrieb abgestimmt werden.


Die teilnehmenden Betriebe haben von !HEPP eine individuelle Auswertung erhalten, in die sämtliche Aspekte bei der Betrachtung der Kennzahlen „Arbeits-Leistungs-Effizienz“ und „Betriebs-Leistungs-Effizienz“ eingeflossen sind.
Die Analyse-Ergebnisse werden wir für unsere konzeptionelle Arbeit und natürlich auch als Futter für unsere Seminare verwenden. Damit hat jeder Teilnehmer einen Beitrag für sich und für die Kollegen geleistet.

Anfang 2014 werden wir die Umfrage wiederholen – dann bezogen auf die Werte 2013. Wir hoffen, dass die Betriebe, die sich in diesem Jahr an der Umfrage beteiligt haben, wieder teilnehmen werden. Eventuell spiegeln sich dann in 2013 getroffene betriebliche Entscheidungen in den Analyse-Ergebnissen wieder. Außerdem freuen wir uns über jeden weiteren Betrieb, den wir von den neuen Kennzahlen überzeugen können.
Bei Interesse oder Fragen hierzu können Sie auch gerne schon jetzt Kontakt zu uns aufnehmen.